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Floskeln in der Bewerbung

Sei nicht langweilig!

Floskeln in der Bewerbung

Völlig klar – es gibt witzigere Dinge, als müde von der Schule nach Hause zu kommen und sich mit einer Bewerbung herumplagen zu müssen. Und dann kommen immer so Schlauberger, die einem erklären, was man alles nicht machen sollte dabei. Solche Besserwisser sind ein bisschen auch wir mit diesem Artikel, fürchten wir. Aber wir wollen dich nicht quälen, sondern dich ermutigen, Persönlichkeit zu zeigen. Und da steht an erster Stelle: Vermeide Floskeln!

 

Floskeln, vor allem im Anschreiben zu einer Bewerbung, sind wiederkehrende Redewendungen und Formulierungen, denen Personaler jeden Tag begegnen und die sie deshalb kaum noch wahrnehmen. Das ist auch gerade das Problem. Stell dir vor, Du müsstest hundertmal am Tag denselben Text lesen! Da schaltet man doch einfach nur noch ab, oder? Hier kommen die Top Five der beliebtesten – oder sagen wir lieber – ausgelutschtesten Floskeln:

 

»hiermit bewerbe ich mich auf Ihre Stellenanzeige …«

Der Klassiker! Extrem viele Bewerbungsanschreiben fangen genau SO an. Wenn du nicht als Fall 08/15 in einer Schreibtischablage – oder schlimmer noch in einem Papierkorb - enden willst, wähle bitte einen kreativen Auftakt, aber nicht diese Floskel. Wie wäre es mit: »Von meinem Zimmer, in dem ich gerade sitze und Ihnen schreibe, brauche ich 15 Minuten mit dem Skateboard zu Ihrem Unternehmen.« Du kannst sicher sein: Da wacht die Personalverantwortliche auf. Sollte dir das zu frech oder aufdringlich erscheinen – du brauchst nichts vorzuspielen, was mit deiner Persönlichkeit wenig zu tun hat -, findest du sicher eine Alternative. Zum Beispiel: »Schon seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit [meiner Ausbildung / einer beruflichen Veränderung], jetzt springt mir Ihre Annonce ins Auge.« Das ist sachlich, aber doch kein Einheitsbrei.

 

»mit großem Interesse habe ich Ihre Anzeige gelesen …«

Das wird auch gerne genommen. Mach du es möglichst nicht! Fast ist es besser zu schreiben: »Mit wenig Interesse habe ich Ihre Annonce überflogen«. Nein – das ist natürlich ein Scherz! Es soll nur verdeutlichen, dass Ungewöhnliches viel frischer wirkt. Der Personaler hält einen Moment inne – und genau das willst du erreichen. Eine seriöse und trotzdem nicht öde Formulierung, die du wählen kannst, ist etwa: »In ein paar Wochen bin ich mit der Schule fertig, jetzt freue ich mich richtig darauf, etwas Neues zu erleben.«


»ich arbeite gerne mit Menschen …«

Auch das ist nicht wirklich der Hit. In jedem beruflichen Umfeld hast du mindestens ein paar Kollegen, davon kannst du ausgehen. Du hast es also mit Menschen zu tun. Da sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass du wenigstens den Versuch unternimmst, gut und freundlich mit ihnen zusammenzuarbeiten. Im schlimmsten Fall kann dir diese Plattitüde sogar negativ ausgelegt werden, nämlich so, dass du fachlich nix drauf hast und deshalb so einen Satz herleiern musst. Überleg dir lieber, was genau du mit dieser Floskel ausdrücken willst. Meinst du vielleicht, dass du gerne Menschen in Not hilfst? Das ist eine tolle Eigenschaft, und sie verdient es, hervorgehoben zu werden. Verdeutliche mit einem Beispiel, wie du es meinst, z. B.: »Ich erledige für meine Oma, die nach ihrem Sturz nicht mehr gut zu Fuß ist, viele Botengänge und pflege sie so gut ich kann, denn sie liegt mir sehr am Herzen.«

 

»Ich bin teamfähig.«

Okay, hier wirst du nun vielleicht entgegnen: Aber genau dieses Wort sollen wir doch verwenden! Das hat auch der Typ von der Berufsberatung gesagt, der bei uns in der Schule war; er nannte das soft skills, oder so. Ganz unrecht hast du da auch nicht. Es spricht wirklich nicht das Geringste gegen diese Fähigkeit, ganz im Gegenteil. Nur verpacken solltest du sie etwas besser, denn so für sich alleine genommen wirkt das Adjektiv »teamfähig« eher lustlos und nichtssagend. Auch hier stellt sich wieder die Frage: Was genau meinst du damit? Kannst du es auch konkreter und dadurch lebendiger ausdrücken?

 

»flexibel und belastbar …«

Manche sprechen hier schon von »Bullshit-Bingo«. Dieser harte, aber herzliche Ausdruck enthält einen Kern von Wahrheit. Denn diese beiden Eigenschaftswörter wirken wie auswendig gelernt. Ein Profi, der deine Bewerbung liest, wird schnell vermuten, dass du es nur geschrieben hast, weil du es irgendwo so gelesen oder gehört hast. Auch hier gilt: Wenn du wirklich und gerne flexibel bist, dann ist das ein Vorteil für dich. Vielleicht reicht der Platz im Anschreiben, um mit einer Mini-Geschichte oder Anekdote zu illustrieren, was dich ausmacht. Wenn du in deinem Betrieb gerne arbeitest, wirst du, z. B. wenn eine Kollegin krank ist und ausfällt, auch mal zwei Stunden länger im Büro bleiben, um eine wichtige Deadline zu schaffen. Weil es dir Spaß macht, gemeinsam ein Ziel zu erreichen.

 

Sich von anderen Bewerbern absetzen

Übrigens: kleine Geschichten, die dich als Persönlichkeit klarer darstellen, kannst du sehr gut auch im Vorstellungs-gespräch einstreuen. Gut dosiert zeigen sie deinem vielleicht zukünftigen Arbeitgeber, mit wem sie bei dir rechnen können. Auch in diesem Gespräch gilt: Floskeln weglassen, Lange-weile erst gar nicht aufkommen lassen!

Ruhig frisch ans Werk also! Und du brauchst auch nicht zu viel Respekt vor dieser Aufgabe zu haben. Vor allem wenn du dich um einen Ausbildungsplatz bewirbst, sind die Personalverantwortlichen in der Regel nicht superstreng. Um einen höflichen Ton, korrekte Rechtschreibung, Anschaulichkeit und nicht zu viel Geflunker solltest du dich aber bemühen. Und wenn du dann auch diese Tipps hier beherzigst, macht dir das Schreiben der Bewerbung vielleicht sogar ein bisschen (mehr) Spaß!

 

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